Naturdenkmal Salzgraben Salzdahlum

Landkreis Wolfenbüttel

Saline Salzdahlum Separationskarte von 1843

Saline - Ziegelei - Zuckerfabrik

Schon bei der ersten schriftlichen Erwähnung des Dorfes im Jahr 888 ist von einem Salzwerk die Rede. Die Eigentumsrechte am Salzwerk wechselten in den folgenden Jahrhunderten ständig, bedeutende Besitzer waren u.a. die Klöster Steterburg und Riddagshausen oder verschiedene adelige Familien der Region. 1385 erfolgte die Befestigung des Salzbergs. Graben, Zaun und Bergfried sollten die Anlage vor Überfällen schützen, denn Salz, das "weiße Gold", diente nicht nur zum Konservieren und Würzen von Lebensmitteln, sondern auch als Zahlungsmittel. Das Salzwerk gelangte im 18. Jahrhundert unter herzogliche Verwaltung, die Anlagen wurden instand gesetzt, zusätzlich wurde ein Gradierwerk errichtet. Am Ende des Jahres 1852 wurde der Betrieb jedoch für immer eingestellt, da die Beschaffung des Brennmaterials zu einem unüberwindbaren Problem geworden war. Neuer Besitzer des Geländes wurde der Domänenpächter in Salzdahlum, der hier für 20 Jahre eine Ziegelei betrieb. Im Jahr 1864 wurde schließlich am Salzberg die Aktienzuckerfabrik Salzdahlum gegründet, 1900 folgte der Gleisanschluss an die Eisenbahnstrecke Braunschweig-Matierzoll. Diese Ära endete mit der Fusionierung der Zuckerfabriken Salzdahlum und Fallersleben im Jahr 1957, bis 1964 war Salzdahlum noch Annahmestelle und Verladestation. Das Gelände wird auch heute noch gewerblich genutzt.



Strandaster (Aster tripolium)

Naturdenkmal Salzgraben

Heute weist nur noch der Salzgraben auf die ehemalige Saline hin. Salzhaltiges Wasser tritt hier zu Tage und lässt eine Vegetation entstehen, wie sie sonst meist nur an den Meeresküsten zu finden ist. Diese geologische und botanische Besonderheit führte 1980 dazu, den Graben und die am nördlichen Ende liegende Fläche als Naturdenkmal auszuweisen.

Salz-Schuppenmiere (Spergularia salina)

 

Der Salzgehalt des austretenden Wassers ist jedoch nicht so hoch, dass ausschließlich Halophyten (salzliebende Pflanzen) hier wachsen. Typische hier vorkommende Halophyten sind Strandaster, Queller und Milchkraut. Ohne die seit 1978 regelmäßig vom BUND Braunschweig durchgeführten Pflegearbeiten hätten Gehölze, Schilf und Gräser die seltene Vegetation schon längst verdrängt.

Strand-Milchkraut (Glaux maritima)

 

Besonders schön ist es Ende August, wenn die Strandaster den Graben in ein violettes Blütenband verwandelt.





Wie das Salz entstand

Vor etwa 255 Mio. Jahren, zur Zechsteinzeit, lag Mitteleuropa etwas nördlich des Äquators. Norddeutschland war ein flaches Becken, in das immer wieder Meerwasser eindrang und verdunstete. Zurück blieben Salzablagerungen mit einer Mächtigkeit von 300 bis 600 m. Während des Mesozoikums (Erdmittelalter) vor ca. 251 Mio. Jahren bis vor ca. 65 Mio. Jahren wurden die Salzlagerstätten mit Gesteinsschichten überdeckt. Sie erreichten ab der Oberen Trias, vor ca. 165 Mio. Jahren, eine Schichtstärke und damit ein Gewicht, unter dem das Salz plastisch reagierte und an geologischen Bruchstellen und Verwerfungen nach oben aufstieg. Es entstanden Salzstöcke oder Salzrücken, die an der Erdoberfläche Hügel und Berge abbilden.

Eine Informationstafel der Braunschweigischen Landschaft e.V.
Arbeitsgruppen: Natur und Umwelt und Heimatpfleger
Fotos: Christiane Evers