Hünenburg bei Watenstedt

Lkr. Helmstedt

Zur Geschichte der Hünenburg gibt es keine schriftlichen Überlieferungen, ihre Entstehung reicht bis in die prähistorische Zeit zurück. Auf dem Heseberg zwischen den Höhenzügen des Elms und den sumpfigen Niederungen des großen Bruches gelegen, kontrolliert sie die alten, an ihrem Fuß vorbeilaufenden Fähr- und Handelsstraßen.

Das Burgplateau wurde durch eine Befestigungsmauer aus Erde und Holz, heute noch als Erdwall im östlichen Bereich am jetzigen Standort erhalten, geschützt. Der ursprünglich das ganze Burgareal umfassende Verteidigungsring wurde im Norden und Westen durch künstlich geböschte Hänge, im Süden durch den nördlichen Geländeabfall, im Osten zum Hochplateau durch einen vorgelagerten Graben zusätzlich geschützt. Das im Süden gelegene Haupttor war zum Wallverlauf rechtwinklig versetzt, so angelegt, das potentielle Angreifer sich diesem mit der rechten, vom Schildarm ungeschützten Seite nähern mussten.

Die Handels- und Zentralsiedlung der jüngeren Bronzezeit um 1000 v. Chr. im Modell des Braunschweigischen Landesmuseums, Abt. Ur- und Frühgeschichte in Wolfenbüttel.)

Im Wall ließen sich drei Bauphasen nachweisen. Die beiden ältesten sind in die jüngere Bronzezeit zwischen 1100 und 700 v. Chr. zu datieren. Ein zunächst einfacher Erdwall mit Palisade wurde sehr bald rampenartig ausgebaut und mit einer hölzernen Außenmauer versehen. Dieses Baustadium dürfte sehr lange, einige Jahrhunderte bestanden haben. In dieser Zeit ist eine dichte Innenbesiedlung der Anlage nachweisbar. Die Hünenburg entwickelte sich im Schnittpunkt aller Fernwege zu einer fast schon stadtartigen Handels- und Zentralsiedlung, die ihren Reichtum durch den Umschlag von Erzen, Metallgeräten und Salz erwarb. Hier wurden Händler, Handwerker und die politische Führungsschicht ansässig. Am Beginn der Eisenzeit ging die Hünenburg in einer Brandkatastrophe unter.

 

Viel später, im 6. oder 7. Jh., wurde die längst verfallenen Anlage von den Altsachsen, die kurz vorher als Eroberer ins Land gekommen waren und die Herrschaft Ostfalen gegründet hatten, als Erdwall mit Palisade wieder hergerichtet. Möglicherweise handelt es sich um die für die Jahre 743, 744 und 747 oder 748 in den fränkischen Analen als Ocsioburg oder auch Hocseburg bzw. Hohseoburg genannte Befestigung, von der aus der aufständische sächsische Fürst Dietrich den Truppen des Fränkischen Hausmeyers und späteren Königs Pippi Widerstand leistete. Nach der Eroberung Sachsens durch Karl den Großen von 772 bis 804 und die Eingliederung ins Fränkische Reich wurde die Hünenburg nicht mehr benutzt und verfiel.